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Geschichte und Geographisches

Geographische Lage

Alanya liegt auf dem Breitengrad 36° 33 min. von Greenwich und auf dem Längengrad 32,01.

Alanya befindet sich im Landkreis Antalya am Mittelmeer und östlich im gleichnamigen Golf.

Südlich von Alanya ist das Mittelmeer, östlich der Landkreis Gazipasa, westlich der Landkreis Manavgat und nördlich ist die hohe Gebirgskette mit Plateaus. Das Bergmassiv im Norden Alanyas ist die Küsten-Gebirgskette des West-Taurusgebirges. hier sind die Berge und Gipfel zwischen 500-600 und 2500-3000 m. hoch.

Den niedrigen Bereich bilden die sich am Meer entlang ausbreitenden Täler. Auf dem Abstieg von den hohen Berggipfeln zu den Tälern stößt man häufig auf Plateaus, die im Westen Alanyas nördlich der Halbinsel auslaufen. Hier sind die Täler zerfurcht und fallen in verhältnismäßig steilen Klippen ab.

Im Süden liegt die mit 6500 m. Festungsmauer umgebene Halbinsel von Alanya. Die Halbinsel ist durch gefurchte Täler vom Taurusgebirge getrennt. Im Süden stellt das Meer eine Abgrenzung dar, im Norden blockiert das Taurusgebirge Mittelanatolien, Kusyavasi, Kocadavut Gedigi und außerdem das Dim-Tal.

Durch die gleichnamigen Wasserfälle sind Felsbetten entstanden, durch die ein Durchgang gebildet wurde.


Die Werft - ein Blick von der Kanonengießerei...

Geschichte von Alanya
(Coraccesium-Kolonoros-Alaiye-Alanya)

Die Besiedlung von Alanya geht zurück auf unbekannte Epochen der Geschichte. Davon zeugen die 1957 von Prof. Dr. Kilic Kökten gemachten Funde von Menschenskeletten und Fossilien in der Kadrini-Höhle im Nordosten der Stadt, zwischen den Dörfern Bademagaci und Oba. Das so geschichtsreiche Alanya gehörte seiner Lage entsprechend teilweise zu Kilikien, teils zu Pamphylien.

Der Vater der Geschichte schrieb folgendes über dieses Gebiet:

"Als sich Flüchtende nach dem Trojanischen Krieg hier ansiedeln wollten (1.820 v. Chr.), wurden sie von den Leuten aus verschiedenen Volksstämmen aufgenommen"

So versteht sich, daß die Hethiter bis in dieses Gebiet vorgedrungen sind, in der ersten Hälfte des 14. Jh. v. Chr. 6.000 Menschen umgebracht haben und Klikien sowie Pamphylien in ihr Reich einbezogen.

Pamphylien bedeutet "sehr rassisch, sehr kategorisch". Die meisten, die in dieses Gebiet gekommen sind, haben es wegen des fruchtbaren Bodens, seiner dichten Wälder, der schwer zu erreichenden Küste und der steilen Bergwände des Taurusgebirges eingenommen und sind in diesem idealen Landstrich geblieben.


Die gut erhaltene Alanya-Festung

In den Jahren 224 - 188 v. Chr., als Antiochus der Große ganz Kilikien besetzte, blieb Korakesion (Alanya) verschont, weil eine Belagerung und Einnahme der Stadt mit zu großen Schwierigkeiten verbunden schien. In Korakesion ging man so weit, daß man sich gegen den syrischen König auflehnte. Man begab sich aufs Meer und begann, was damals einfach war, den Lebensunterhalt als Piraten zu verdienen. Korakesion entging nicht nur der Besetzung, sondern ließ sich auch von der griechischen Kultur beeinflussen. Das beweisen die Glaslampen und Tränengläser, die in Syedra, in der Umgebung der Cokca Kirche gefunden wurden.

Unter dem Piraten Tryphon wurde Korakesion ein gefürchteter Ort der Umgebung. Derselbe Piratenfürst ging soweit, daß er bis Ehmedek, dem Heiligtum der Araber, vordrang und dort eine massive Steinmauer errichten ließ. Dieser aufsässige Piratenhauptmann benutzte das heutige Kizlar Yarigi oder die als Piraten-Höhlen bezeichneten natürlichen Höhlen als Depot seiner Beutezüge. Laut Gerüchten soll er das Gebiet zwischen der Damlatas-Höhle und dem Rathaus abgeriegelt und die Alanya-Festung (Korakesion) in eine Insel umfunktioniert haben.

Zur gleichen Zeit wagten sich die Krieger des mächtigen Römischen Reiches in die Küstenstädte vor, ließen die Reichen Lösegeld für entführte Mädchen von Persönlichkeiten zahlen und kassierten Kopfsteuer. Daher fuhr niemand aufs Mehr hinaus, und das hatte zur Folge, daß die römisch verwalteten Städte Lebensmittelknappheit hatten.

Um "das Volk von diesem Problem zu befreien", begann Antiochus 139 v. Chr. einen Krieg, in dem er den starken Piratenhauptmann vernichtend schlug. Aber die Piraten organisierten sich von neuem und ließen die Mittelmeergegend erzittern. Um ihnen den Garaus zu machen, wurde Antonius vom Römischen Kaiserreich beauftragt, das Piratentum im Keim zu ersticken. Obwohl Antonius 103 v.Chr. sein Kaiserreich weit über die Grenzen hinaus ausgedehnt hatte, versuchten die Piraten immer wieder, ihre alte Macht zurück zu gewinnen.


Die im Volksmund "Ehmedek" genannte Festung der Burg, die der Sitz des
Burgkommandanten war, von wo aus die Burg von der Landseite her
verteidigt wurde...

So fielen sie in viele Städte und Vororte der Küste ein und gingen sogar so weit, daß sie die Tochter des Kaisers, der mit ihrer Ausrottung beauftragt war, entführten, was die Römer in " Wut versetzte ". Das Römische Kaiserreich glaubte, den Raubzügen und Lösegeldforderungen für Entführungen ein Ende bereiten zu müssen und beauftragte den sehr befähigten General Pompeus mit seinem Heer. Dieser Kommandant verstand es, mit seinen Angriffen auf dem Land und vom Meer aus die Piraten, die jahrelang die Mittelmeerküste in Schrecken versetzt hatten, in die Knie zu zwingen und sie auszurotten.

Die Römer, die dieses Problem endlich in den Griff bekommen hatten, gaben das Gebiet Kilikien nach Cäsars Tode dem Herrscher Antonius. In dieser Zeit machte die wegen ihrer Schönheit so berühmt gewordene ägyptische Königin Kleopatra auf ihrer Mittelmeer-Rundfahrt die Bekanntschaft mit Antonius. Sie verliebten sich ineinander und heirateten.

Als Hochzeitsgeschenk bekam Kleopatra von Antonius Korakesion (Alanya).

Kleopatra ließ die bis ans Meer stehenden Zedernwälder roden und nach Ägypten zum Bau ihrer Flotte schaffen. Oktavius aus Rom, dem Antonius und Kleopatra ein Dom im Auge waren, erklärte ihnen den Krieg. Das Paar hielt sich zu diesem Zeitpunkt in Griechenland auf. Nach einem Großangriff suchten die Verliebten Zuflucht bei Alexander d. Großen. Antonius merkte als erster, daß sie in eine Falle geraten waren und beging Selbstmord. Ihm folgte Kleopatra in den Tod, indem sie sich durch einen Schlangenbiß in die Brust vergiften ließ.

Die von Pompeius im Kampf gegen die Piraten zerstörten Bauten wurden von den Römern in bester Weise wieder aufgebaut. Die besten Beispiele davon sind die Innenburg der Festung in Alanya, die Kirchen auf der Landzunge Cilvarda sowie die Asarlik Kirchen in Mahmutlar Kasabasi in der Nähe des Dorfes Kargicak.


Ein Blick aus dem Westen auf die byz. Kapelle,
die wegen ihrer Fresken bekannt ist...

Das von den Römern wieder aufgebaute Korakesion (Alanya) behielt seine Bedeutung bis ins 7. Jh., als es von den Arabern bestürmt wurde, was seine Bedeutung nur noch steigerte. In der Byzanz-Epoche erhielt es den Namen Kolonoros, was "schöner Berg" bedeutete.

Der alte Name Korakesium bedeutet "Himmelskrähe", und die Einwohner nannte man "Himmelskrähen". Diese gab es im alten Alanya sehr viel. Diese in vielen Farben leuchtenden Vögel sind sehr selten geworden und können nur noch in Camyolu und Mahmutlar gesehen werden.

Islamische Epoche in Kolonoros (Alanya)

Zu Beginn der islamischen Epoche wurde eine römische Stadt nach der anderen eingenommen, aber Kolonoros (Alanya) blieb dank seiner guten Befestigung unabhängig. Manche Historiker behaupten, daß die Araber hierher gekommen seien, und meinen, die Sitti Zeynep Türbe sei ein Beweis dafür.

Andere Historiker behaupten, daß seine Exzellenz Hüseyin kein Enkelkind namens Zeynep gehabt habe, und führen an, daß diese Grabstätte vom osmanischen Fürstengeschlecht Bektas erbaut worden sei, einem erfundenen Namen bekam und eigentlich für seine Exzellenz Ali bestimmt war.

Es steht aber fest, daß die Araber an dieser Küste die Byzantiner in Unruhe versetzt haben, was den Seldschuken die Eroberung erleichterte. Nach der Einnahme von Antalya durch die Seldschuken wollten diese schließlich die Oberhand am Mittelmeer haben, was ohne die Gegend um Alanya nicht möglich war. Sie scheuten keine Mühe, diese fast uneinnehmbare Festung zu stürmen. Die Statthalter von Antalya, Ertokus Bey, informierte den Sultan Alaüddin Keykubat, über die Notwendigkeit der Besetzung und bekam von ihm den Auftrag, alle Vorbereitungen zu treffen. Das Heer drang in Richtung Kolonoros vor und umlagerte die Festung. Unter dem Kommando des Sultans wurden Pläne für die Bestürmung gemacht.

Zuerst wurde der Kommandant der Festung, Kir-Fart, aufgefordert, sich ohne Blutvergießen zu ergeben. Kir-Fart widersetzte sich dieser Aufforderung und verteidigte zwei Monate lang die Burg. Die erfolglosen Angriffe und die Umzingelung machten den Sultan immer hoffnungsloser. Eines Abends erhob er seine Hände zum Gebet und bat Gott um Hilfe. In dieser Nacht erschien ihm im Traum eine gütige Gestalt, die folgende Worte sprach: "Diese Festung ist sehr schwer einzunehmen, aber Gott wird dir zur Seite stehen. So eine Festung zu stürmen wird nur dir gelingen."

Glücklich erwachte der Sultan und berief seinen Kriegsrat ein. Alle legten diesen Traum als ein Zeichen des Sieges aus. Auf den Befehl des Sultans wurden 100 Ochsen, 1000 Schafe und 10.000 dirhem Geldstücke unter das Volk und die Armen verteilt. Nach den letzten Vorbereitungen bestürmte die Armee mit "Allah, Allah"-Rufen die Burg. Diesem großen Angriff war Kir-Fart nicht gewachsen. Er sah ein, daß er sich mit seinen Kriegern ergeben mußte.


Ein Blick aus dem Westen auf die 6.5oo m lange Festungsmauer
und den arab. Tempel, wo verschiedene Epochen gelebt haben...

Der Statthalter von Antalya, Mübariziddin Ertokus, erbot sich aus Gründen der Nachbarschaft als Mittelsmann und richtete dem Sultan aus, daß Kir-Fart bereit sei, sich zu ergeben, wenn man verspreche, ihm kein Haar zu krümmen. Der Sultan gab seine Zusicherung mit größter Zufriedenheit. Ebenso erleichtert war Kir-Fart und öffnete persönlich das Burgtor in seiner ganzen Breite, um den Sultan zu empfangen. Dieser sagte ihm eine Vorstadt in Richtung Konya zu, wo er Zeit seines Lebens bleiben durfte. Er heiratete die Tochter des Sultans, Prinzessin Hand´i (Mahperi Sultan). Einem Gerücht zur folge soll Sultan Alaüddin Keykubat, nachdem er 4 Monate lang erfolglos die Festung belagert hatte, alle Ziegen der Umgebung zusammen getrieben haben und diese in der Nacht mit brennenden Fackeln an ihren Hörnern unter den Kriegsschrei "Allah, Allah" gegen das Tor der Festung getrieben haben. Kir Fart soll angesichts dieses gewaltigen Angriffs den Befehl gegeben haben, das Tor zu öffnen. Nach diesem Sieg hat Sultan Alaüddin Keykubat Kolonoros seinen Namen Alaiye gegeben.

Auf dem Siegeszug zurück nach Antalya gab der Sultan den Befehl, die 35 km von Alanya entfernt gelegene Festung Alara dem Seldschukenreich einzubeziehen. Ein Kundschafter berichtete dem Festungskommandanten und Bruder von Kir-Fart von der Niederlage seines älteren Bruders, worauf dieser in Ohnmacht fiel und starb. Seinem Gefolge blieb angesichts der Übermacht nichts anderes übrig, als sich zu ergeben. Elf Jahre später wurde auf Befehl des Sultans am Fuße dieser Festung eine große Karawanserei errichtet (Alarahan).

Mit dem Sieg von Sultan Alaüddin Keykubat über Alanya begann die glanzvollste Epoche der Seldschuken. Alanya und seine Umgebung wurde von Baumeistern auf das kunstvollste ausgeschmückt. Trotz der inzwischen vergangenen Jahrhunderte haben diese Bauwerke nicht an Schönheit eingebüßt und zählen zu den einmaligsten der Welt.

Viele Jahre hindurch blieb Alaiye im Besitz der Seldschuken, bis ihre Macht verblaßte und die Stadt unter die Herrschaft der Karamanoglu, einem anderen Türkenstamm, kam. Auf dem Wege nach Oba Gülevsen sind heute noch Bauwerke von den Seldschuken und dem Karamanoglu-Stamm in ihrer kunstvollen Bauweise erhalten geblieben.

Alaiye (Alanya) wird von den Osmanen eingenommen

Die Eroberung durch die Osmanen erfolgte unter Sultan Fatih Mehmet. Zu dieser Zeit war diese schöne Stadt unter der Herrschaft von Kilic Aslan, einem Sohn des Seldschukenstammesfürsten der Karamanoglu, Lütfü Bey.

Sultan Fatih beauftragte den Kommandanten Rum Mehmet mit der Besetzung. Aufgrund der Verwandtschaft von Rum Mehmet und Kilic Aslan führt das zu nichts. Darum wird General Gedik Ahmet Pascha aus den Jenitscharen damit beauftragt.

1471 gelingt es ihm ohne viel Umstände, durch ein Abkommen mit Kilic Aslan Bey Alanya dem osmanischen Reich einzuverleiben. Kilic Aslan wird Gümülcin in Thrakien zugesprochen, von wo aus seine Kinder, eine Jagt vortäuschend, nach Ägypten fliehen und wenig später sterben.

Selbst in schlechten Zeiten des Osmanischen Reiches hat kein Feind einen Fuß in die schöne Stadt setzen können. Viele unvergeßliche Persönlichkeiten sind dort aufgewachsen, und haben sich um das Osmanische Reich verdient gemacht. Unter Sultan Murat I. wurde die Janitscharen-Militärorganisation eingeführt. Im Hacova-Krieg 1596 konnten sie einen Sieg nach dem anderen für die Regierung erringen und sorgten für die weiteste Ausbreitung der Grenzen.


Das Bauwerk aus seldschukischer Zeit ist unter dem osmanischen Sultan
Süleyman d. Prächtigen aufs neue erbaut worden.

Nach dem Hacova-Krieg gerieten die Janitscharen in Mißgunst und wurden, bis Sultan Selim III. auf den Thron kam, zu einem sich steigenden Problem. Dieser Sultan traf Vorbereitungen, um die Janitscharen aufzulösen. Während sich Nizam-iCedid bemühte, das Heer neu zu organisieren, war Abdurrahman Pascha, ein Sohn des Kadis Mehmet Efendi, der wiederum ein Enkel des berühmten Sohnes von Alanya Seyhülislam Minkarizade war, Kadi in Kayseri.

Sein Onkel, Ali Efendi, war zur gleichen zeit Staatsbeamter in Konya Bozkir. Er wurde bei einem Aufstand der Landbevölkerung getötet, sein Vermögen wurde aufgeteilt und sein Landbesitz beschlagnahmt. Als Abdurrahman Pascha diese Nachricht erhielt, kündigte er seinen Posten, holte sich von Babiali die Erlaubnis und begab sich nach Seydisehir, um Rache zu nehmen. Mit dem Ferman des Sultans marschierte er gegen Bozkir, vernichtete die Mörder seines Onkels und bekam die Aufständischen der Regierung unter Kontrolle. Der padischah ließ ihn zu sich rufen, um ihm seine Dankbarkeit dafür auszusprechen. Der Erfolg von Abdurrahman war gleichzeitig ein Erfolg, der neu organisierten Truppen von Nizam-i Cedit.

Schließlich töteten die Janitscharen Sultan Selim III., worauf Alemdar Mustafa Pascha den erfolgreichen Abdurrahman Pascha damit beauftragte, dem neuen Padischah zur Hilfe zu eilen.

Unerschrocken bereitete dieser der Janitscharengefahr ein Ende und kehrte nach Alaiye zurück. Nizam-iCedit aber, der Begründer des neuen Heers, wurde von Janitscharen umzingelt und nach 6 Monaten des Widerstandes geköpft. Als Zeichen ihrer Macht trugen die Janitscharen seinen Kopf durch die Straßen von Istanbul. Mahmut II. löste endlich die Janitenscharen auf. Bei diesen Kämpfen fielen eine große Anzahl von weitsichtigen und fortgeschrittenen Mitbürgern von Alaiye.

Der Name Alanya geht schließlich auf folgende Begebenheit zurück. Das von unzähligen Baudenkmälern der Osmanen geschmückte Alaiye wurde in einem Telegramm an den großen Führer Atatürk fälschlich Alanya genannt, worauf der flexible Staatsmann meinte: "Wenn es so ist, dann soll diese sympathische Stadt in Zukunft Alanya heißen".